Handelstabelle: Römische und germanische Güter im Gabreta Silva (ACKS, OSR)

Der Handel zwischen dem Imperium und Germanien nahm Ende des 2. Jahrhunderts zu. Die Markomannen waren vermutlich Nutznießer dieser Entwicklung. Der (für einen früheren Zeitraum bezeugte) Markomannenkönig Ballomar hätte also einen guten Grund gehabt, einen Frieden mit den Römern zu verhandeln. Die weiter entfernt wohnenden Vandalen profitierten hingegen eher von Raubzügen, als vom grenznahen Handel. Viele von ihnen halten sich daher nicht an den Friedensschluss.

An Ballomars Hof in Marobudum werden im Zusammenhang mit Frieden und Handel die Vertreter rechtschaffener Götter häufiger.

Die Römer erhoben Einführzölle, 25% waren nicht unüblich. Niedrigere Zölle könnten Teil des Friedensvertrages mit den Markomannen gewesen sein. 

Handelsgüter

d10 Güter aus Germanien Güter aus dem Imperium
1 Seife Terra Sigillata (rotglänzende, reliefverzierte Keramik aus Massenproduktion)
2 Honig Fibeln; buntes Emaille oder vergoldetes Silberblech; Ringe aus Edelmetall
3 blondes Frauenhaar Schwerter
4 Pelze Speerspitzen
5 Leder/Tierhäute Handspiegel, Öllampen
6 Bernstein Zuchtvieh (große Rinder)
7 Wachs Silbergeschirr
8 Wild Glasgefäße
9 Schinken Textilien
10 Sklaven Wein

Der Transport der Güter erfolgte meist über die Flüsse, mit Flößen und Prahmen (bis zu 30m, 100t Last). Der Markt von Batavis ist zentraler Umschlagplatz, mit Hafen. Auf dem Markt gibt es auch germanische Sklaven zu kaufen. Soldaten und Zöllner sind zugegen.

Kleine Händler  (Mercatores, Trader auf der Begegnungstabelle) verkaufen ihre eigenen Güter. Negotiatores (Merchants auf der Begegnungstabelle) handeln mit großen Mengen, interregional, zusammengeschlossen in Collegia (Gilden) – Aeropos Karanos ist der Vorsteher des lokalen Collegiums in Batavis. Frachtraum wird von Schiffseignern gemietet, häufig von mehreren Mitgliedern eines Collegiums gemeinsam.

Nachtrag zum Eintrag „Tribesman“ der Begegnungstabelle:

Germanische Siedlung: 1d12 hölzerne Langhäuser/Höfe mit je 2d8 Einwohnern

Advertisements

Begegnungstabellen für die Gabreta Silva-Kampagne (ACKS, OSR)

Die Wilderness Encounters: Men von Adventurer Conqueror King müssen für die Gabreta Silva-Kampagne ein wenig angepasst werden. Die Zufallsbegegnungen in ACKS sind als „nested“ Tabellen aufgebaut, in denen die Begegnungstabellen für verschiedene Terrains auf Untertabellen (Flyer, Men, Unusual, Swimmer…) verweisen. Die sind dann wiederum nach Terrains geordnet. Anstatt hier 120 Tabelleneinträge für „Men“ zu reproduzieren, picke ich mir die Ergebnismöglichkeiten heraus, die der Erläuterung bedürfen und füge dort teilweise noch eine Ebene an Tabellen an.

Acolyte/Cleric 50% Markomanne, davon 60% Chaos, 40% Law; 50% provinzialrömisch, davon 80% Law, 20% Chaos
Bandits entflohene Sklaven, oft mit Unterstützung eines Neptun-Klerikers (Werte: s. Brigand)
Berserker Vandalen
Brigands abtrünnige Krieger, die auf eigenen Rechnung weiter plündern: 50% römische Auxiliartruppen, 50% Markomannen
Buccaneer Markomannen (60%), entlaufene Sklaven (40%)
Nobles 1: Prätor Julius Julinus

2: König Ballomar

3: Pertinax

4: Häuptling Scarila

5: Tribun Quellan

6: Tribun Leonatus

7: Tribun Tyrimmas

8: Tribun Valarius

9: Adeliger aus Stanacum oder Lentia

10: Adeliger aus Quintana oder Castra Isara

11: Adeliger aus Serviodurum oder Abusina

12: Adeliger aus Turum, Joviacum oder Jovisura

NPC Party 1: Claws of the Lioness (Sinister Stone of S.)

2: Gruppe um Ringlerun (markomannischer Magier) und Hawker, XL 1

3: Gruppe um Warduke (Vandalenheld) und Zarak, XL 1

4: syrische Bogenschützen aus Serviodurum („bei Nebo-Apollo!“); Bärte; Magier und Kleriker bunt gekleidet

5: thrakische Elitesoldaten aus Castra Isara („bei Orpheus-Apollo!“); kleine Schilde; gebogene Schwerter/falx

6: lusitanische Infanterie aus Quintana („bei Bandua und Mars!„); falcata

7: pannonische (illyrische) Reiter aus Stanacum („bei Sol Invictus!“); Nebenwaffe: sicarii – gebogene Assassinendolche

Tribesman Markomannen (Werte: s. Nomad)
Veteran 1: Markomanne

2: syrischer Bogenschütze

3: thrakischer Elitesoldat

4: lusitanischer Infanterist

5: pannonischer Reiter

6: Markomanne

Spielleiter-HEXMAP des Bayerischen Waldes – Gabreta Silva-Kampagne (ACKS, OSR)

Hier sind  zwei neue Versionen meiner Karte. Die zweite Version enthält alle Dungeons und Lairs. Die erste ist hingegen eine erweiterte Version der Kampagnenkarte. Während die ursprüngliche Karte, bis auf den Namen Castra Isara historisch akkurat ist, füge ich bei dieser Version einige im Itinerarium Antonini erwähnte Orte ein, deren Lage strittig ist. Außerdem ergänze ich auch den fiktionalen Turm des Pertinax, zwei Tempel sowie ein Vandalenlager.

Gabreta Silva 2.png

Die nächste Karte ist wieder für meine Spieler nicht geeignet, da sie die gesamten Spielleitergeheimnisse enthält. Welche Abenteuer sich hinter den Dungeons verbergen, habe ich im letzten Beitrag tabellarisch aufgelistet.

GM Gabreta Silva.png

Gabreta Silva-Kampagne: 10 kleine und vier große Dungeons auf der Hexmap des Bayerischen Waldes (ACKS, OSR)

ACKS empfiehlt auf einer Hexmap 45 statische Orte von Interesse – Lairs, Dungeons, Settlements. Ich habe 10 kleine Dungeons – größtenteils aus dem diesjährigen One Page Dungeon Contest – ausgewählt und inhaltlich angepasst. Genauso wie Caverns of Thracia und XL1 Quest for the Heartstone. Auch mit dabei ist The Court of No Men aus dem OPD 2013 – falls die Personnagen den Weg dorthin finden, wird es das erste Abenteuer sein, das ich jemals zum zweiten Mal geleitet habe. Brice Lynch hat das Abenteuer mal als das platonische Ideal eines One Page Dungeons bezeichnet. Finde ich auch.

Hier die Kurzdungeons:

(Edit: An meine Spieler, selbstverständlich: hier nicht weiterlesen!)

Modul Herkunft Hex
River Gorge Gauntlet OPD 2018 30.20 Die Waren vom Unterlauf der Donau werden teurer und Stanacum kann, genauso wie Batavis, keine Soldaten erübrigen
Quest for the Murder Sword OPD 2018 28.16 Vandalen-Kleriker!
Secrets of the Menhirs OPD 2018 22.03 Ein rätisches Megalith-Grabmal
Tome of Horrors OPD 2018 27.20 Eine durchreisende Magierin hat eines der Pergamente von Malynios dem Missgestalteten gestohlen!
Retaking Mt. Goff Brewery OPD 2018 24.10 Die mercatores und negotiatorAeropos Karanos sind verzweifelt: jetzt bleibt sogar der Cervisia aus!
Ancient Emerald Eyes OPD 2018 36.17 Ein durchreisender Zwergen-Maschinist erzählt traurig von den verlassenen Smaragd-Minen.
Bartizan of the Blood Egg OPD 2018 18.11 Die punische Magierin Volutia soll angeblich das Blutei, einen melonengroßen Rubin, in ihrem Turm aufbewahren…

Edit: die hier sind beim Einfügen des Beitrages verloren gegangen:

Don’t wake the Dragon! OPD 2018 26.23 Ein markomannischer Schurke gibt damit an, von einem satt schlafenden Drachen gestohlen zu haben… Könnt ihr das auch?
The Cliffs of Sorrow OPD 2018 09.19 Auch nach dem Friedensschluss haben sich die Vandalen nicht aus dem Heiligtum des Volturnus zurückgezogen!
Court of the King of No Men OPD 2013 22.21 Fufluns, ein Bacchant im Dienste Ereshkagals hat den Tempel einer Furie übernommen und verwandelt die Kolonen der umliegenden Villae Rusticae in Tiere!

… und die längeren Module:

Hex
Sinister Stone of Sakkara Batavis 23.21
Secrets of the Nethercity Augusta Vindelicorum
XL1 Quest for the Heartstone Tief im Gabreta Silva liegt das Schlupfloch des Meisterdiebes Danacrius, das vor Schätzen nur so überquellen soll… 16.09
Caverns of Thracia (Caverns of Raetia) Eine Ruinenstadt in den Tiefen der Wälder des Gabreta Silva.

Die Thracer sind Räter, die Invasion zum „Sesquicentennial“ ist eine römische Expedition, geleitet von Klerikern der olympischen Götter, ebenso die zweite Invasion. Thanatos ist ein Diener des Orcus.

27.08

Und zum Abschluss noch ein Überblick über die Siedlungen – 15, wie in ACKS empfohlen:

Name Herrscher Truppen Größe Markt Hex
Abusina Cohors II Tungrorum milliaria equitata (ursprünglich germanisch)
Reginum Prätor Julius Julinus Legio III Italica Concors IV
Serviodorum Cohors I Flavia Canathenorum sagittaria milliaria

(ursprünglich aus Syrien)

Castra Isara Cohors III Thracum veterana (ursprünglich aus Thrakien)
Quintana Cohors V Bracaraugustanorum, (ursprünglich aus Lusitanien)
Batavis Legat Valerianus, Ftr 8 Cohors IX Batavorum exploratorum milliaria equitata (ursprünglich germanisch) V
Stanacum Cohors V Breucorum civium Romanorum equitata (ursprünglich aus Pannonien)
Lentia Lucius Iulius Vehilius GaIlo Iulianus (hist. belegt) Ala I Pannoniorum Tampiana victrix milliaria
Pertinax Turm Pertinax, Wiz 12 11.17
Jovisura 02.21
Joviacum 30.27
Turum 21.27
Marobudum Ballomar, König der Markomannen
Vandalenlager Scarila, Häuptlling der Vandalen 21.14
Horisgardum Monunius, Zwerg 14.04

Gabreta Silva-Kampagne: Pertinax, römischer Kaiser und Magier der Stufe 12 (ACKS, OSR)

Senator Publius Helvius Pertinax, *126, erfolgreicher Heerführer, aber ca. 182-185 Privatmann, wegen seiner Feindschaft zum Prätorianerpräfekten Sextus Tigidius Perennis, der den Kaiser beeinflusste. Später wurde er, nach der Ermordung des Commodus, für zwei Monate und 25 Tage Imperator Caesar Augustus. Sein cognomen bedeutet: der Standhafte. Er hatte eine strenge Persönlichkeit, war Traditionalist  und war sehr geizig. Die Historia Augusta berichtet, dass er nach Mark Aurels Tod geldgierig wurde. Er war ein Aufsteiger, Sohn eines Freigelassenen. Pertinax arbeitete in seiner Jugend als Grammaticus. Das interpretiere ich als Wizard! 

Sein Erscheinungsbild und seinen Charakter beschreibt die Historia Augusta (in der englischen Übersetzung) so: 

He was a stately old man, with a long beard and hair brushed back. His figure was somewhat corpulent, with somewhat prominent abdomen, but his bearing was regal. He was a man of mediocre ability in speaking, and suave rather than kindly, nor was he ever considered ingenuous. Though friendly enough in speech, when it came to deeds, he was ungenerous and almost mean — so mean, in fact, that before he was made emperor he used to serve at his banquets lettuce and the edible thistle in half portions. (…) In his lust for gain, he accepted presents with eagerness.

http://penelope.uchicago.edu/Thayer/E/Roman/Texts/Historia_Augusta/Pertinax*.html

Pertinax bleibt in Raetia; er war gegen den Friedensschluss des Commodus und wollte die Markomannen besiegen. Er möchte selbst herausfinden, aus welchem Grund der Markomannensturm stattfand. Gleichzeitig sucht er nach Möglichkeiten, seinen Reichtum zu mehren. Historisch übernimmt und vergrößert er 182-185 vermutlich das Geschäft seines Vaters in Ligurien. Er verfolgt die Wege hochstufiger Magier, um an Macht und Reichtum zu gewinnen.  Auch sendet er Abenteurer aus, um diese Ziele zu erreichen.

Pertinax ist schwächer als Sextus Tigidius Perennis, aber stärker als Commodus; er sollte mächtiger sein als Cerialis. Also ist Pertinax ein Wizard der Stufe 12 (lawful), und damit der mächtigste NSC in der Provinz Raetia. 

Er trat wiederholt alleine meuternden Soldaten entgegen, vertraut also sehr auf seine Kräfte. Pertinax starb auch so: er bezauberte die meuternden Prätorianer, die in den Palast eindrangen, um ihn zu ermorden. Nur einer schaffte seinen Rettungswurf – und tötete Pertinax. Berichtet die Historia Augusta – evtl. ohne Zauber und Rettungswurf.

Pertinax ist ein Verbündeter des mächtigen Cleander, der als Kämmerer mit Sextus Tigidius Perennis um die Vorherrschaft in Rom kämpft.

Cleander ist ebenfalls Magier, der Lehrmeister des Pertinax. Er ist einer der mächtigsten Charaktere des Imperiums, Wizard der Stufe 14 (lawful).

Pertinax war auch ein erfolgreicher und rücksichtsloser Immobilienspekulant. Das Wort „landshark“ taucht in der englischen Übersetzung der Historia Augusta auf.

Er riss also den Besitz vieler zerstörter Villae Rusticae in Raetia an sich, um seine Domäne hier zu errichten und baute dort einen Turm. Eventuell züchtet er dort auch Landsharks? Sein Turm befindet sich in Hex 11.17.

Einige weitere NSCs:

„Präfekt“ Quintus Spicius Cerialis (181-184) Legatus Augusti pro praetore

Er war verantworlich für die Verstärkung rätischer Grenzlager mit Steinmauern.

Sein cognomen bedeutet „von Ceres“ – offensichtlich ein Kleriker! Stufe 10 erscheint passend.

„Präfekt“ Caius Caerellius Sabinus (184-186/89) – Raetia

„Präfekt“ Appius Claudius Lateranus (vor 190-197) – Raetia

Auxiliartruppen in den anderen Kastellen:

Serviodorum: Cohors I Flavia Canathenorum sagittaria milliaria

(Schwerpunkt auf Bogenschützen), ursprünglich aus Syrien

Quintana: Cohors V Bracaraugustanorum (Infanterie), ursprünglich aus Lusitanien

Abusina; Cohors II Tungrorum milliaria equitata (Infanterie und Kavallerie), ursprünglich germanisch

Castra Isara (echter Name unbekannt): Cohors III Thracum veterana (für Raetia belegt), ursprünglich aus Thrakien, eine Eliteeinheit

Weitere Orte auf die Karte:

Turum – Hex 21.27

Joviacum – Hex 30.27

Jovisura – Hex 02.21

Historischer Hintergrund der Gabreta Silva-Kampagne (OSR, ACKS)

Die Gabreta Silva-Kampagne spielt zur Zeit der Herrschaft des Imperators Commodus, 180-192  n.Chr. Die Kampagne startet kurz nach seinem Friedensschluss mit den Markomannen. Viele villae rusticae sind noch zerstört und verlassen, viele werden nie mehr aufgebaut werden. Die antoninische Pest, die das Imperium stark dezimiert hat, wütet noch. Die Grenzlager sind durch vexillationes geschwächt, denn der Kaiser stützt sich auf die Macht des Heeres. Während die Provinzen darben, sucht Commodus die Liebe des römischen Volkes durch extravagante Spiele zu gewinnen, in denen er sogar selbst als Gladiator auftritt.

Ich halte mich an die Tyrannenpropaganda der Historia Augusta – die Geschichte ist einfach zu gut.

Warum nehme ich nicht die echte Spätantike, irgendwann ab der Reichskrise des 3. Jahrhunderts als Hintergrund?

Zum einen wegen der Rolle des Christentums. Spätantike ohne Christentum geht nicht, das Setting würde viele der Konflikte verlieren, die es interessant machen. Das Christentum passt nur schwer in den historischen Aufbau meines Law/Chaos Konfliktes hinein, es müsst ja zum Law gehören… Man könnte das schon irgendwie hinbiegen, wird aber schwierig, mit Christenverfolgungen der Römer etc. Viel wichtiger: Monotheismus passt nicht gut zum Setting. Für den Hintergrund brauche ich Kleriker aller Götter, die auch zaubern können. Die Götter müssen real sein. In so einem Umfeld ist mir persönlich eine monotheistische Religion zu wenig plausibel. Vor allem fehlen damit fast alle Gründe, die zur Durchsetzung des Christentums geführt haben.

Ein weiterer Grund ist die Ästhetik. Wenn ich sage: ROM! dann weckt das bei den Spielern Assoziationen. Das ist gewollt, das ist einer der Hauptgründe für ein (pseudo-) historisches Setting. Für die Spätantike funktioniert das nicht, die müsste ich mit dem gleichen Aufwand wie ein komplett fiktionales Setting einführen. Ein Legionär, da kann man sich etwas darunter vorstellen. Unter Comitatenses und Limitanei die meisten wohl nicht. Es würde ablenken, andauernd Spangenhelme und Kataphrakten beschreiben zu müssen. Das Setting sollte auf alle Erwartungen passen, die die Spieler aus Schule, Kino und Total War mitbringen.

Der einzige Grund, der für die Spätantike spricht, ist, dass die feudalen Elemente, die ich brauche, glaubhafter historisch einzufügen sind. Das wiegt aus meiner Sicht die Nachteile nicht auf.

Die Zeit des Commodus bietet ein Imperium in der Krise: Krieg, Seuchen, Intrigen und einen aus dem Kino bekannten tyrannischen Kaiser. Eine Zeit, die Helden braucht!

Chthonische und olympische Götter – Religion in der Gabreta Silva-Kampagne (OSR, ACKS)

Um ACKS reibungslos zu adaptieren, muss ich festlegen, welche Entsprechungen die ACKS-Götter haben. Dabei halte ich mich bei der Anzahl bewusst zurück.  Zu viel Auswahl lähmt. 

Die „chthonischen“ Götter der Gabreta-Silva Kampagne stammen samt und sonders aus den Panthea der Völker, die sich dem Chaos verschrieben haben. Mit Orcus, Mania und Summanus haben wir etruskische Götter, mit Dagon und Ba’al phönizische und ansonsten Vertreter der mesopotamischen Panthea.

Bei der Begrifflichkeit der „chthonischen“ Götter könnte man leicht durcheinander kommen, da Pluto ja eigentlich ein chthonischer Gott ist. Ich mag den Begriff aber gerne, er ist lautmalerisch sehr stark, also verwende ich ihn – wie so vieles – einfach mal falsch. 

Es gibt keine neutralen Götter. Das ist wichtig.

ACKS- empyrische Götter (LAW) Gabreta Silva-Kampagne – olympische Götter (LAW) Zuständigkeit Symbol Klasse – Priester,
Ammonar Jupiter  Göttervater, Blitze, Sieg, Rom Adler, Blitzbündel, Zepter Cleric
Calefa Pluto Unterwelt, Reichtum Füllhorn, Zepter, Zerberus, Zweizack
Istreus Apollo Poesie, Prophetie, Licht Leier/Kithara, Pfeil und Bogen
Mityara Juno  Familie, Ehe Gesellschaft Pfau, Krone Priestess (Player’s Compendium)
Naurivus Neptun   Meere, Erdbeben, Pferde, Entdecker Streitwagen, Dreizack
Türas Mars  Schlachten, kriegerische Tugenden Schwert, Schild, Helm
Ianna Minerva  Helden, Magie, Wissenschaft Eule, Helm, Schild, Lanze Bladedancer
ACKS – chthonische Götter (CHAOS) Gabreta Silva-Kampagne – chthonische Götter (CHAOS)
Iskara Tiamat Chaos, Dunkelheit, Ewigkeit, Mutter der Monster Drachenauge, Hydra, Ouroboros
Dirgion Orcus Untergang, Tod, Untote … der Stab des…
Kaleth Summanus Wahnsinn, Wissen, Entropie Mund, von Augen umgeben
Bel Bel Blutvergießen, Schlachten, Eroberung Krallenhand
Galmorm Mania Diebstahl, Verrat, Gift gehörnte Ratte
Nasga Ereshkagal Schönheit, Schmerz, Lust Schlange, Medusenkopf
Ravanor Marduk Königsmacht, Opfer gehörnte Krone
Nargund Nergal Jagd, Nacht, Raubtiere Spirallabyrinth
Ornaron Pazuzu Stürme, Wut, Donner Hundeköpfiger Mann mit Doppelflügel und Skorpinschwanz
Lammala Dagon Tiefe Wasser, Sturmfluten Fische, Fischmenschen
Telith Lamashtu Große Erdenmutter Ei in Vulva, Vogel/Löwen/Esels-Hybrid

Da die Antike synkretistisch war, ist für einen Markomannen, der Tiu/Tiwaz/Tyr verehrt ganz klar, dass Mars der selbe Gott ist. Die griechischen und ägyptischen Entsprechungen sind ebenfalls klar wählbar. Statt Jupiter also Serapis oder statt Mars Horus. Auch kann ein interessierter Spieler gerne weitere olympische Götter auswählen, wie Demeter oder Venus. Die sind nur nicht ganz so weit verbreitet.

Interessant sind die Mysterienkulte: gehört etwa der Mithraskult, immerhin orientalisch, zum Team Law? Mein Ansatz: die Zeitgenossen sind sich da auch nicht so sicher. Noch interessanter ist Tammuz-Adonis, als Gott mit syrisch-phönizischen Wurzeln und einem populären Mysterienkult. In Reginum breitet sich der Kult des Adonis aus – handelt sich um Diener des Chaos? Prätor Julius Julinus sucht verschwiegene Abenteurer, um den Adonis-Kult zu unterwandern…

Noch ein paar Worte zur Bedeutung von Ordnung und Chaos im Setting: Nicht alle Völker stehen im Ringen zwischen Chaos und Ordnung auf einer Seite. Sie sind neutral, oder haben vergleichbar große Anhängerschaften für beide Mächte. Um allerdings zu einer Großmacht zu werden, braucht ein Volk die Unterstützung der Mächte der Ordnung oder des Chaos, muss sich also für eine Seite entscheiden. Dennoch gibt es im Imperium Romanum natürlich auch Menschen chaotischer Gesinnung. Dass deren Zahl zunimmt, mag bedeutsam sein für den drohenden Verfall des Reiches…

Kurz noch zu den Zwergen und Elfen in der Gabreta Silva-Kampagne:

Durch die, im Zuge des Untergangs der Etrusker plötzlich auftauchenden Humanoiden fielen die meisten Zwergenbingen. Im Spielmilieu gibt es eine noch bewohnte und mehrere verlassene Zwergenbingen. Die Elfen sind ebenfalls ein altes Volk, das die Welt im Wesentlichen den Menschen überlassen hat und sich nach Hibernia zurückgezogen hat. Im Spielmilieu gibt es keine Elfensiedlungen.